ab sofort: Zukunft!

ab sofort: Zukunft!

Los geht's!

Die Zukunft lauert hinter der nächsten Sekunde. Was wollen wir aus ihr machen?

Auf jeden Fall "mehr"!
Mehr Leben, mehr Zufriedenheit, mehr Balance, mehr Sinnhaftigkeit.

Wie das geht?
Diskutieren und entwickeln wir es doch gemeinsam :-)

Unternehmensauthismus

GedankensammlerPosted by Walter Gröschel 23 Jul, 2017 21:00

Unternehmens-Autismus

Die Zeiten ändern sich.

Wie sie das schon immer taten.

Heute vielleicht etwas schneller und unberechenbarer. Was an sich eigenartig klingt, da gerade in unserer IT-lastigen Welt vieles in Prozesse gepackt ist und programmiert läuft. Mit Milliarden von Rechnern müsste die Zeit doch berechenbarer geworden sein? Das dürfte auch zutreffen – für alle komplizierten Systeme. In komplexen Systemen hingegen kommen Unberechenbarkeiten dazu, Überraschungen, Menschen. Und damit bewegen wir uns von prozessgesteuerten, dokumentierten und nahezu linearen Welten in projekt-orientierte, vernetzte und rahmenlose VUCA-Szenarien.

Es läuft also eine beschleunigte Evolution ab, in der der Mensch oft der bremsende Faktor ist. An der Spitze dieses Rennens jagt die technische Entwicklung voraus, getrieben von Web 2.0 und Smartphone, Apps und Clouds, Virtual Reality und Internet of Things.

Ihr folgen die Anwender, vor allem die Jungen, die unbedarft, mutig und neugierig auf neue Trends aufspringen und schnell über deren Erfolg entscheiden.

Davon deutlich abgehängt agieren die Unternehmen, die nur träge auf die Veränderungs-geschwindigkeiten reagieren und der Gegenwart immer weiter hinterher hinken.

Völlig abgeschlagen in diesem Rennen kriecht die politische Ebene der Evolution hinterher. Sie diskutiert noch die Themen von Vorgestern, während die Technik schon das Übermorgen im Auge hat.

Die Abstände dieser vier Läufer werden zunehmend größer. Vor allem Unternehmen und Politik können nicht Schritt halten. Sie nehmen die Außenwelt nicht in Echtzeit wahr, wälzen ihre Entscheidungsvorlagen durch Meetings und Hierarchien, ohne schnell zu Ergebnissen zu kommen und setzen schließlich große Projekte auf, die aufgrund mangelnder Ressourcen ebenfalls kein Tempo aufnehmen können. Sollten die Projekte wider Erwarten tatsächlich zu einem umsetzbaren Erfolg führen, ist diesem die Echtzeit leider schon wieder einige neue Schritte voraus.

In Sicht- und Reichweite folgen können nur die, die die Tools der komplexen Welten annehmen, schnell mit neuen Informationen umgehen können, die sich in sozialen Netzwerken zeitnah auf modernem Niveau austauschen und sich und ihr Wissen regelmäßig updaten.

Doch diese Menschen, die privat das neueste Smartphone nutzen, in allen Netzwerken vertreten sind und die technische Klaviatur der Welt 4.0 gewinnbringend nutzen und einsetzen, sind dieselben Menschen, die in vielen Unternehmen im nebligen Vorgestern arbeiten. Woher kommt dieser Gap?

Schauen wir uns exemplarisch das Unternehmen FUMIG GmbH an.

Das Unternehmen entstand in den ersten Nachkriegsjahren in Deutschland, gestützt von Aufbruchsstimmung und einem überzeugten „Wir schaffen das!“. Es wurde patriarchisch vom Gründer geführt und benötigte kein Leitbild und keine Vision – dafür hatten sie ja einen Chef! Es lief einfach. Wachstum war die einzige Perspektive. Und man wuchs. Von wenigen Dutzend Mitarbeitern hin zu knapp 1000. Von einem kleinen Firmengebäude mit wenigen Büros und dadurch bedingtem täglichen persönlichen Kontakt hin zu einem riesigen Glaspalast, in dem alle Kontakte in elektronische Medien gepackt wurden, belegbar und terminiert. Den zwischenmenschlichen Kontakt bildete man mit zwei jährlichen Firmenveranstaltungen ab, jeweils Sommer und Winter, und fügte später noch ein jährliches Mitarbeitergespräch hinzu.

Das Internet hielt man noch Ende der 90er Jahre für eine vorübergehende Erscheinung und den Mitarbeitern traute man einen sinnstiftenden Umgang mit diesen modernen Medien nicht zu. Und an dieser Stelle begannen Belegschaft und Unternehmensleitung, sich auseinander zu leben.

Mit dem verlorenen zwischenmenschlichen Kontakt und einer Anonymisierung durch das stetige Wachstum begann das Misstrauen.

Dem begegnete man durch die Implementierung weiterer Hierarchie-Ebenen, die Kontrolle ausüben sollten. Doch letztendlich vertraute man „ganz oben“ auch den Ergebnissen dieser Führungsebenen nicht, wollte nach wie vor jede Unternehmensentscheidung an der Spitze treffen und dabei ja keinen Fehler machen. Es wurden Leitbilder und Unternehmensrichtlinien veröffentlicht, die Vertrauen, Unterstützung und Kommunikation, kurze Wege und schnelle Entscheidungen anpriesen. Leider wurde nichts von dem von „oben“ vorgelebt und umgesetzt. Man entwickelte ein Reporting nach dem anderen, wollte jeden Mouse-Klick monitoren und suhlte sich in Statistiken und Auswertungen. Wenn diese Diagramme negative Trends aufzeigten, rief man gewaltige Meetings ein und forderte zu Eigenverantwortung und Qualitätssteigerung auf. Damit konnten die Mitarbeiter und Führungskräfte nur nicht umgehen, da sie nie das Vertrauen gespürt hatten, eigenverantwortlich handeln und entscheiden zu können und dabei eventuell auch mal scheitern zu dürfen.

Wenn sich in den Kennzahlen jedoch positive Entwicklungen abzeichneten, wurden die Daten angezweifelt und mit noch mehr Misstrauen angereichert. Zu keinem Zeitpunkt traute man den Mitarbeitern und Führungskräfte ein hinreichendes Maß an Selbstverantwortung und Mündigkeit zu und zunehmend ließen sich die Mitarbeiter sozialisieren und passten ihr Verhalten in der Firma dieser misstrauischen Erwartung an. Sie entschieden nicht, sondern sicherten alles schriftlich ab. Sie speicherten alle Mails. Sie arbeiteten nur nach klaren Vorgaben. Die Prophezeiung hatte sich selbst erfüllt.

Die FUMIG-Mitarbeiter hatten 2017 noch nicht durchgängig Zugriff auf das World Wide Web, Smartphones waren unerwünscht und die Firma verfügte über kein internes soziales Netzwerk, sondern lediglich über lieblose und inaktive Platzhalter-Accounts bei Xing und Facebook. Die zunehmend negativen Bewertungen auf Portalen wie kununu wurden ignoriert und die virtuelle Macht sozialer Netzwerk völlig unterschätzt. Dort, wo sich Mitarbeiter über das Unternehmen austauschten und Kunden sich verärgert über die Dienstleistungen wunderten.

Der Blick in die Welt da draußen ging bei FUMIG unter in den Bergen an Auswertungen und Fehlerzuweisungen.

FUMIG hatte Probleme im sozialen Umgang, zeigte Auffälligkeiten in der sprachlichen wie auch non-verbalen Kommunikation und zeigte eingeschränkte, stereotype und sich wiederholende Verhaltensweisen.

Kennen Sie auch Firmen mit diesen Symptomen?

Ich wähle bewusst den Begriff „Symptome“, denn tatsächlich sind diese drei Kennzeichen typische Anzeichen für autistisches Verhalten.

Die FUMIG GmbH („Familien-Unternehmen Mittelstand, Inhaber geführt“) litt an #Unternehmens-Autismus.

Wenige noch nicht infizierte Mitarbeiter verfolgten neidisch die Entwicklungen draußen im Markt, verstanden, dass sich Kulturen, Arbeitsmodelle und Hierarchien, Lernmethoden und Führungsverhalten, Vernetzung und Evolutionsgeschwindigkeiten aktuell sehr schnell und sehr experimentell veränderten und legten ihren Vorgesetzten immer wieder Konzepte vor, brachten Ideen ein und genossen diese Momente höchster intrinsischer Motivation. Sie brachten ihrem Unternehmen Kreativität und Denkanstöße, Initiative und Engagement als Geschenk. Sie wollten etwas bewegen!

Doch der Autismus mag solche Veränderungen nicht, schätzt keine Impulse von außen und will in seiner kleinen Welt nicht gestört werden. Deshalb verblassten Ideen und intrinsische Motivation zu einem leeren Grau. FUMIG GmbH verlor den Anschluss, die Gegenwart aus den Augen und die ersten Kunden. Gleichzeitig kündigten die Mitarbeiter; manche auch nur innerlich. Die Konkurrenten lästerten und zeigten gehässig auf FUMIG.

Doch darunter musste FUMIG nicht leiden. Unternehmens-Autismus macht blind.

Die Zeiten ändern sich.

Wie sie das schon immer taten.

Aber nicht überall!



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ProfilPASS - was kann ich wirklich?

GedankensammlerPosted by Walter Gröschel 24 Oct, 2015 23:27

Kompetenz-Bilanzierung – oder die Plage des abgestempelten Zettels

Ich habe mich erfolgreich zum ProfilPASS-Berater zertifizieren lassen.

Dieser Pass ist ein gut aufgebautes Werkzeug, das es in zwei Versionen gibt: für Erwachsene und für junge Menschen. Dahinter stehen zwei unterschiedliche Herangehensweisen mit dem gleichen Ziel: Es gilt herauszufinden, was ein Mensch alles kann – auch wenn es nicht in Zeugnissen verankert ist! Die Bilanzierung von Stärken und Fähigkeiten, von Kompetenzen. Diese Bilanz, die in einem mindestens mehrwöchigen Prozess erarbeitet wird, zeigt dann tatsächlich auf, wie wir uns außerhalb der Schule, des Berufs andere Fähigkeiten aneignen, weil wir zum Beispiel gerne am Motorrad schrauben oder uns für unsere Aquarienfische sehr interessieren und daher Fachwissen aufbauen, weil wir ehrenamtlich sozial tätig sind oder zu Geburtstagen immer gerne Gedichte schreiben. Weil wir in der Band ein Instrument spielen, dabei sogar Auftritte organisieren und Gagen verhandeln. Weil wir gerne kochen, mit Rezepten experimentieren und dabei kostenbewusst einkaufen. Und vieles andere mehr.

Wir können zahlreiche Dinge, die in keinem Zeugnis formuliert sind. Das sind aber unsere Kompetenzen. Und wenn wir sie in verschiedenen Lebensbereichen gut nutzen können, sind es unsere Kernkompetenzen.


Dazu kann gehören, dass man einen guten Blick für Schmutz und Unordnung hat und gerade deshalb sehr gewissenhaft und gründlich putzen kann. Oder gerade deshalb sehr professionell die Putzfrau anweisen und instruieren kann.

In anderen (auch west-europäischen!) Ländern genügt es, wenn ich Treppen bauen kann. Ich biete dem Markt diese Kompetenz an, ich werde beauftragt, ich mache es gut und verlange angemessene Preise, ich werde weiterempfohlen und ich werde Fachmann für Treppenbau. In anderen Ländern – natürlich nicht in Deutschland. Hier muss ich Schreiner gelernt habe. Als Schreiner habe ich vielleicht Tische gebastelt, mal eine Küche eingebaut oder einen Sarg geleimt – aber eventuell nie eine Treppe gebaut. Trotzdem darf ich es, weil ich ja den Schreiner gemacht habe. Wir brauchen also Zettel: Zeugnisse, Zertifikate, Nachweise (Wichtig: mit Stempel!), um Arbeiten tun zu dürfen, die wir vielleicht gar nicht können.

Ich bin kein Koch, aber ich mache eine großartige Hühnersuppe mit allen homöopathischen Vorteilen, die man Omas Suppe nachsagt. Weil mich das Thema sehr interessiert hat. Warum hilft eine Hühnersuppe bei Grippe? Wie bereitet man dann diese Suppe so zu, dass dieser Effekt maximal wirksam auftritt? Wie konserviere ich die Suppe und nutze sie in anderen Kochrezepten?

Hier habe ich mir Kompetenz angeeignet, gelesen, recherchiert, experimentiert. Leider habe ich aber kein Hühnersuppen-Zertifikat.

Zurück zum ProfilPASS. Dieses Projekt der EU, der Regierung (Bundesministerium für Bildung und Forschung und des DIE (Deutsches Institut für Erwachsenenbildung) hat eine gut strukturierte Anleitung erarbeitet, mit der man seinen Kompetenzen auf die Spur kommen kann. Dieser Entdeckungsprozess wird von zertifizierten Beratern begleitet, gefördert und unterstützt. Diese Kompetenz-Bilanzierung stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein (Wow! Was ich eigentlich alles kann!), sondern hilft auch bei der Berufswahl, bei der Lebenssinn-Findung, bei jeglicher Orientierung. Für Jugendliche, für Wiedereinsteiger, für Arbeitslose, für Unorientierte, für jeden!


Mehr Infos bietet Tante Google (Stichwort „profilpass“) – und natürlich und sehr gerne: ich! ;-)



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Denken

GedankensammlerPosted by Walter Gröschel 06 Oct, 2015 21:55

Denken nervt, aber sexy

Den ganzen Tag am Denken. Nachts natürlich auch. Vorm Einschlafen und sofort wieder mit dem Aufwachen. Und dazwischen.

Ich denke, also bin ich. Bin ich plötzlich nicht mehr, wenn ich eben mal nicht denke?

Denke nicht gedacht zu haben, denn das Denken der Gedanken ist gedankenloses Denken.

Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur du denkst.


Wie perfekt wäre der Mensch, wenn irgendwo an der Schläfe oder versteckt am Hinterkopf ein Schalter wäre, der Gedankenkarusselle stoppen kann. Doch stattdessen denkt unser Hirn einfach drauf los, unaufgefordert, ungefragt und ohne Genehmigung.

Es leistet sich leise Bedenken.

Wer will es ihm verdenken?

Vordenken. Zurückdenken. Gerne auch mal Querdenken.

Es will mitdenken, überdenken, durchdenken.

Es kann sich hineindenken in alles mögliche – aber auch wieder herausdenken?

Seit Menschengedenken in Gedenken an Vergangenes helfen übrigens Andenken. Anspruchsdenken hingegen ist nicht so meins. Schubladendenken auch nicht. Davon aber völlig frei zu sein ist sicher Wunschdenken.

Apropos: Gibt es eigentlich schon einen Tag des Denkens?

Einen Feiertag des Gehirns?

Manchmal denkt es mich in Grund und Boden und ich möchte es ausschalten, stoppen, vernichten. Ein anderes Mal befruchtet es mich, inspiriert und ermutigt mich und ich suhle mich in diesen Gedanken.

Die Gedanken an Vergangenes können ebenso schmerzhaft und bedauernd sein wie beglückend und erheiternd, und die Gedanken an die Zukunft verursachen ebenso Angst und Ohnmacht wie Zuversicht und Vorfreude.

Ich wünschte mir oft, sie wären nicht da, diese Gedanken. Einfach nicht da. Einfach nur Leere. Beruhigende Stille. Nur Ich. Ohne Hoffnung, aber auch ohne Zweifel. Ohne Gefühl und ohne Verstand. Nur Ruhe. Nur Stille. Nur nichts. Für einige kleine entspannende Momente.

Und dann kam es plötzlich genau so!

Nur nichts!

Alles schwarz. Nein, nicht einmal schwarz! Nicht einmal das! Einfach leer. Nur nichts!

Und es verwirrte mich, irritierte mich, machte mich nervös und orientierungslos. Es entnabelte mich von der Welt – aber auch von mir.

Und ich sehnte mich nach Kontrolle, nach Denken, nach Inhalten.

Ich gierte nach Verwirrungen, nach Experimenten, nach Visionen.

Ich wollte reflektieren und denken und nach-denken.

Und dann kam es wieder, das Denken.

Und dann schrieb ich sofort einen Blog! Völlig gedankenverloren….





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Burn In und Kindheit

GedankensammlerPosted by Walter Gröschel 27 Sep, 2015 08:57

Burn out und Burn in

Bei gleicher Stress-Belastung können verschiedene Menschen sehr unterschiedlich darauf reagieren. Manche haben ein sehr effektives psychisches Immunsystem, das die Experten Resilienz nennen – die Steh-auf-Männchen-Fähigkeit. Andere hingegen brechen zusammen, landen im Burnout, schlimmstenfalls begleitet von Depression und Suizid.

Doch woher kommt dieser Unterschied? Was entscheidet darüber, ob Menschen Stresssituation parieren wie erfahrene Schwertkämpfer oder daran zerbrechen?

Auch wenn es nicht jedem bewusst ist, ist es gleichzeitig nicht sehr verwunderlich, dass auch hierfür die Wurzeln in unseren ersten Kinderjahren liegen. Unsere Erziehung, unsere Eltern, unsere Wertesysteme geben die Richtung vor, ob Kinder später als Manager, Krankenschwester, Lehrer oder Journalist dem Stress widerstehen können oder nicht.


Vorrangige Einflussfaktoren werden in den ersten Lebensjahren eingebrannt, der Burnout setzt einen frühkindliches Burn In voraus. Dort impft man uns mit Glaubenssätzen (Ein Indianer kennt keinen Schmerz, Jungs weinen nicht, Männer müssen Helden sein) und justiert unsere inneren Antreiber (Sei stark! Mach es jedem Recht! Beeil dich! Streng dich an! Sei perfekt!). Das alles ist zunächst nicht schlimm. Vielmehr helfen uns diese Richtlinien, sie sind die Leitplanken unseres Lebenswegs, treiben uns an und helfen uns, zu entscheiden.

Ein Zuviel dieses inneren Antriebs ist jedoch der optimale Nährboden für einen späteren Burnout oder eine der anderen, nicht so oft zitierten Stresserkrankungen, die teilweise irreparabel sind: Adrenal Fatigue, eine Erschöpfung der Nebenniere, die sich bei Stress um die Ausschüttung der Stresshormone kümmern muss, nitrosativer und oxidativer Stress, der auf Zellebene geschieht oder myalgische Enzephalomyelitis, die vormals als Chronisches Erschöpfungssyndrom bezeichnet wurde (was aber wohl zu klar und eindeutig klang).

Für unsere eigene Generation lassen sich die Wurzel unserer Kindheit, der Burn In, nur noch sehr aufwändig in Coachings auffinden und beeinflussen. Hier gilt es primär, Glaubenssätze zu identifizieren und anzupassen und die inneren Antreiber zu erspüren und ihnen Gegenspieler, sogenannte Erlauber zur Seite zu stellen.

Für die kommenden Generationen hingegen liegt es absolut in unserer Hand, welche Glaubenssätze wir implementieren und welche Antreiber wir aktivieren – wenn wir uns dieser Thematik bewusst sind. Insofern sollten sich werdende Eltern sowie Erzieherinnen in der Kitas ihrer Verantwortung sehr bewusst sein und die Themen „Glaubenssätze“, „Innere Antreiber“ sowie andere Aspekte der frühkindlichen Prägung fundiert verstehen und ihnen sehr bewusst begegnen.

Denn, - obwohl ich die Ausrede der schweren Kindheit nicht immer sehr glaubhaft finde -, können wir hier bereits sehr frühzeitig und verantwortungsbewusst die Weichen stellen, ob unsere Kinder stressresistent sein werden oder nicht.

Und ich fürchte, die Zukunft wird ihre Stressoren nicht mehr reduzieren.


Ganz im Gegenteil!

Gerne berate ich Menschen, die dieses Thema besser verstehen würden.

Coaching Effekt – gerne hilfsbereit!

Hierbei ganz besonders! Denn es gibt keinen besseren Zeitpunkt, Probleme zu bändigen, als direkt bei ihrer Entstehung.





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Der Bader

GedankensammlerPosted by Walter Gröschel 16 Aug, 2015 20:17

Der Bader

Im Mittelalter gab es den Beruf des Baders. Ein Bader leitete ein Badehaus und wusch dort Menschen, die sich ein seifiges Vergnügen leisten konnten. Zunehmend erweiterte der Bader sein Dienstleistungsangebot. Dabei achtete er – so gut es ging – auf seine Kernkompetenz, und das war (im weitesten Sinne) Hygiene. Vielleicht befreite er seine Kunden von Kopfläusen oder Zecken. Auf jeden Fall schnitt er Haare und rasierte Bärte. Oft arbeitete der Bader mit einem Medicus zusammen. Da lernte er, Wunden zu reinigen. Bald darauf nähte er sie und führte selbst kleinere Operationen durch. Mir fällt die Szene aus dem Film „Der Medicus“ ein, als es um eine Zehen-Amputation geht. Es sei seine erste, meinte der Patient. Der junge Medicus-Azubi entgegnete: „Meine auch!“ Beide lachten.


Zum typischen Portfolio eines Baders gehörte auch das Ziehen von Zähnen. Wie professionell all diese Dienstleistungen waren, bleibt deinem Kopfkino überlassen.

Ähnlich wie einst der Bader arbeiten heute Politiker. Gestern noch Familienminister, kann man heute zusätzlich auch Innenpolitik und wird sich morgen um die Verteidigung des Landes kümmern. Manchmal irritiert uns das, doch wie so vieles reden wir es uns schön. „Ja, aber die haben doch hochqualifizierte Berater, die sich auskennen.“

Ein ähnlicher Wildwuchs wuchert unter dem Decknamen „Coaching“. Jeder darf sich in Deutschland „Coach“ nennen. Wir normieren zwar den Krümmungsgrad der Salatgurke, lassen aber Hinz und Kuntz auf die Probleme von Menschen los. Coachs kümmern sich um Fitness, Ernährung, Berufswahl, Karriere, Krisen, Burnout und alles andere.

Doof nur: die Coaches haben gar nicht so hochqualifizierte Berater, die sich auskennen.

Dabei graben gute Coachs tief im Seelenleben ihrer Klienten, und sie sollten sich tunlichst damit auskennen.

Darum legte ich großen Wert auf eine zertifizierte Ausbildung mit einem hohen psychologischen und humanistischen Ansatz. Weil ich wirklich helfen will und helfen kann. Weil ich empathisch bin und mich für Menschen interessiere. Weil ich selbst als Führungskraft arbeite, Business verstehe, aber auch privat Krisen erlebte und durchgestanden habe. Weil ich all das gerne weitergeben möchte. Weil ich daran glaube, dass Menschen in sich Kräfte und Ressourcen schlummern haben, die sie nur noch nicht kennen. Weil Menschen sich entwickeln können, wenn man sie ein wenig professionell begleitet. Weil man Stärken stärken soll und nicht an Schwächen endlos herumdoktert muss. „Badern“ sozusagen. Wärst du gerne mit Zahnschmerzen zum Bader gegangen?

Nein?

Dann wähle auch deinen Coach mit Bedacht.



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Entscheidungen

GedankensammlerPosted by Walter Gröschel 10 May, 2015 10:42

Entweder oder – schwarz oder weiß

Permanent müssen wir Entscheidungen treffen. Zieh ich die bequemen oder die eleganten Schuhe an? Schreibe ich dem Kunden eine Mail oder macht ein Telefonat mehr Sinn? Koche ich heute Gemüse oder Fleisch? Plane ich meinen Urlaub für nächstes Jahr schon heute oder mache ich das einfach spontan? Ausland oder Inland, Süden oder Norden, Club-Hotel oder Campingplatz, Badeurlaub oder Städtereise, alleine oder mit Freunden?

Hü oder hott, schwarz oder weiß?


Und neben den vielen Entscheidungen, die wir für uns selbst treffen müssen, sind da auch noch Entscheidungshilfen für andere, die uns um Rat fragen. Würdest du dir die roten oder die pinken Schuhe kaufen? Würdest du an meiner Stelle in meinem Job bleiben oder mir was Neues suchen? Würdest du das Auto eher leasen oder kaufen?

Hott oder hü, weiß oder schwarz?

Würden wir uns diese Entscheidungen vielleicht leichter machen, wenn wir die Möglichkeiten verdoppeln?

Option 1: Gemüse

Option 2: Fleisch

Option 3: Beides

Option 4: Nichts von beidem

Plötzlich entstehen komplett neue Möglichkeiten, die sich gegebenenfalls passender anfühlen. Zumindest hätten wir mal in alle Richtungen gedacht, die Optionen erweitert, neue Perspektiven eingenommen.


Aus schwarz oder weiß wird regenbogenbunt – so soll das Leben ja auch sein.







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Wasser und Brot

GedankensammlerPosted by Walter Gröschel 02 May, 2015 09:43

Die Unzufriedenheit des Wohlstands

Wie herrlich fühlt sich ein Schluck klares kaltes Quellwasser nach einer anstrengenden Bergwanderung an, wie genussvoll beißt man in einen wurmstichigen Apfel nach einer Zeit des Fastens, wie himmlisch empfindet man ein Bett am Ende eines langen und ermüdenden Tages.

Haben wir noch konkrete Erinnerungen an den letzten ernsthaften Hunger, den man stundenlang nicht stillen konnte? An einen zehrenden Durst bei heißem Wetter? An Tage der Erschöpfung?

Normalerweise stillen wir unsere Grundbedürfnisse regelmäßig (manchmal übermäßig) und in etablierten Rhythmen, und das längst bevor sie überhaupt zu spürbaren Bedürfnissen werden. Damit rauben wir uns leider den genussvollen Moment der Befriedigung.

Es ist sicher eine großartige Errungenschaft unserer Zivilisation, dass wir uns keine Sorgen um unsere Grundbedürfnisse Essen, Trinken und Schlafen machen müssen. Eher das Gegenteil ist der Fall: wir werfen regelmäßig Essen weg, weil wir zu viel eingekauft haben, weil das Obst leichte Schadstellen aufweist oder einfach, weil uns etwas nicht schmeckt.

Wir benützen feinstes Trinkwasser, um die Toilette zu spülen.

Lediglich dem Schlaf gönnt unsere Leistungsgesellschaft nicht immer die nötigen Zeitfenster.

Diese permanente Überbefriedigung der Grundbedürfnisse ist ein Nebeneffekt der Wohlstandsgesellschaft.

Eigentlich sollten wir dafür dankbar sein, Tag für Tag für Tag.

Doch stattdessen suhlen wir uns in Unzufriedenheit, nörgeln uns durch die Woche und neiden anderen ihr Leben.

Vielleicht täte uns mal wieder richtig Hunger, Durst und Erschöpfung gut.

Wann hat bei euch zuletzt ein Schluck Wasser oder eine Scheibe Brot Freude, Zufriedenheit oder gar Glück ausgelöst?



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Risiko Selbst-Offenbarung

GedankensammlerPosted by Walter Gröschel 26 Apr, 2015 08:21

Soll ich wirklich bloggen? Wie riskant ist das für meine weitere Biografie?

Ja, das Internet vergisst nicht mehr! Natürlich offenbart man mit Blogs, Posts in sozialen Medien oder auf eigenen Web-Seiten Wissenswertes über sich selbst. Und mit großer Wahrscheinlichkeit wird nach solchen digitalen Selbst-Offenbarungsspuren gefahndet, wenn sich ein potentieller Kunde oder ein möglicher Arbeitgeber informieren will.

Wie will man damit umgehen?

Virtuelle Unsichtbarkeit

Sicherheit bietet nur der generelle Verzicht auf eine Online-Anbindung ins weltweite Netz. Kein Internetanschluss zuhause, kein Smartphone, kein Mail-Account. Konsequenterweise auch keine EC-Kartenzahlung im Kaufhaus, keine Payback-Punkte, keine Teilnahmen an Preisausschreiben.

Doch auch die virtuelle Nicht-Existenz kann eine Selbstoffenbarung sein. Hat man etwas zu verbergen? Ist man kontaktscheu? Kommt man mit der zeitgemäßen Technik nicht klar?

Authentische eigene Meinung

Solange ich in der Glasfaserkabel-Welt genauso authentisch bleibe wie im Alltag, kann ich dort auch meine Gedanken äußern und zu ihnen stehen. Sollte sich meine heutige Meinung in 5 Jahren geändert haben, dann ist doch nur das passiert, was das Leben ausmacht: Veränderung. Die Grundlage für Weiterentwicklung, Reifung, Evolution.

Datenspuren und Konsequenzen

Wenn ein zukünftiger Arbeitgeber, Kunde oder Lebensgefährte also Datenspuren recherchiert und daraus ableitet, dass man nicht zusammenpassen wird, dann ist das doch ein hervorragender Frühindikator und für beide Seiten eine saubere Grundlage. Ohne die Datenspuren hätte es Monate gedauert bis man über diese Disharmonien gestolpert wäre.


Ich bin, wer ich bin und ich war, wer ich war

So betrachtet kann das Internet als soziale Plattform mehr Ehrlichkeit, mehr Authentizität und mehr ICH-Bewusstsein in unser Leben bringen. Und unsere Veränderungsbereitschaft und Entwicklung über längere Zeiträume sichtbar machen.

Okay – ich werde bloggen. Und ihr findet mich auf Xing und Facebook.

Und ich bin sehr gespannt auf eure Meinungen und Gedanken.





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